Veranstaltungen

Vortrag: Geschichte der FAUD Berlin, Teil 2: Die Konsolidierung der FAUD zwischen 1924 und 1928: erfolgreiche Arbeitskämpfe und die politisch-kulturelle Vernetzung (Berlin)

FAU-Lokal ● Grüntaler Straße 24 ● 1335 Berlin ● 19:00 Uhr

Nach dem Ende der Bürgerkriegszeit in Deutschland konnte sich die FAUD ab 1924 konsolidieren. Sie profilierte sich als kämpferische Gewerkschaft, konnte sich im Brandenburger Raum in vielen Orten mit Gruppen etablieren und betrieb erfolgreich die Vernetzung in vielen politisch-kulturellen Bereichen, die wir hier vorstellen wollen, darunter u. a. dem syndikalistischen Frauenbund, der syndikalistisch-anarchistischen Jugend Deutschlands, der Gesellschaft für Sexualreform. 1927 wurde auch in Berlin politischer Druck aufgebaut, um die drohende Hinrichtung von Sacco und Vanzetti in den USA zu verhindern. Wir werfen zudem einen Blick auf die schwierige Zusammenarbeit mit der KPD.

Vortrag: Geschichte der FAUD Berlin, Teil 1: Die Ursprünge der FAUD in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften bis zur Hyperinflation 1923 (Berlin)

FAU-Lokal ● Grüntaler Straße 24 ● 1335 Berlin ● 19:00 Uhr

In den zwanziger Jahren hatte die Freie Arbeiter-Union Deutschlands zeitweise 150.000 Mitglieder und spielte im Berliner Raum eine wichtige Rolle bei Arbeitskämpfen und im politisch-kulturellen Leben. Wir verfolgen ihre Ursprünge in der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften und zeichnen die Jahre bis 1923 nach, die von Bürgerkrieg, rechtem Kapp-Putsch und der Hyperinflation geprägt waren. In jene Zeit fielen die Verabschiedung der von Rudolf Rocker verfassten Prinzipienerklärung des Syndikalismus als Grundlage für den Aufbau einer freien Gesellschaft, die Gründung der Internationalen Arbeiter-Assoziation 1922 in Berlin und der Versuch, die revolutionäre Bewegung erneut zu entfachen.

Führung: Der Friedhof der Märzgefallenen als Vorschule der Revolution (Berlin)

Treffpunkt: Vor dem Haus der Demokratie und Menschenrechte ● Greifswalder Straße 4 ● 10405 Berlin - Prenzlauer Berg ● Haltestelle: Am Friedrichshain (M4, 200, 142)

In unmittelbarer Nachbarschaft des Treffpunkts befanden sich weitgehend unbekannte Versammlungsorte der Anarchist:innen und der FAUD, an denen u. a. an die unschuldig hingerichteten Anarchisten Sacco und Vanzetti erinnert wurde. Von dort aus spazieren wir zum Friedhof der Märzgefallenen und berichten von den kreativen Protesten gegen die repressiven Verhältnisse in der Kaiserzeit. Abgeschlossen wird der Rundgang durch Rezitationen der revolutionären Schleifensprüche, die oft der polizeilichen Zensur zum Opfer fielen.

Buchvorstellung: "Deserteure. Die Geschichte von Gewissen, Widerstand und Flucht" - Rolf Cantzen (Berlin)

Antikriegsmuseum ● Brüsseler Straße 21 ● 13353 Berlin - Wedding ● 19:00 Uhr

Mit dem aufkommenden Nationalismus im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Kriegsdienst als obligatorische "Pflicht" für die Staatsangehörigen. Cantzen zeichnet eindrucksvoll nach, wie sich die Behandlung von Deserteuren je nach den ideologischen Grundlagen der politischen Systeme über die Zeiten auswirkte. Besonders nach dem ersten Weltkrieg, als die Dolchstoßlegende in der politischen Rechten als Entlastungsstrategie für den verlorenen Krieg diente, wurde "der Deserteur" zum Feindbild, das es blutig auszumerzen galt, wie es dann im 2. Weltkrieg geschah.

 

Gespräch: Erich Mühsam in den Sophiensälen! (Berlin)

Sophiensæle Kantine ● Sophienstraße 18 ● 10178 Berlin - Mitte ● 17:00 Uhr

In den 1920er-Jahren spricht der jüdisch-queere Anarchist Erich Mühsam auf mehreren Veranstaltungen in den Sophiensælen. Im Gespräch mit einem Vertreter der Gustav Landauer Initiative reflektiert der Künstler Noam Brusilovsky diese Auftritte und Mühsams Bedeutung für anarchistische und sozialistische Bewegungen. Davon ausgehend widmet sich Brusilovsky in einem zweiten künstlerischen Teil des Abends der Frage, wie wir Mühsams Visionen einer freien Gesellschaft und weitere revolutionäre Gedanken heute wieder aufgreifen und welche Rolle sie in aktuellen gesellschaftlichen Diskursen spielen können.

Eintritt: 5,- € - Ankündigung der Sophiensæle

Vortrag mit Lesung: Zwischen Syndikalistischem Frauenbund und humanitärer Hilfe: Milly Witkop-Rocker in Berlin 1919-1933 (Berlin)

Galerie Zeitzone ● Adalbertstraße 79 ● 10997 Berlin - Kreuzberg ● 19:30 Uhr

Im Berlin der zwanziger Jahre liefen bei Milly Witkop und Rudolf Rocker viele Fäden der internationalen und deutschen anarcho-syndikalistischen Bewegung zusammen. Eng verbunden waren sie mit Emma Goldman sowie Zenzl und Erich Mühsam. Milly engagierte sich sehr für den syndikalistischen Frauenbund, dessen innerstädtische Berliner Gruppe sie zeitweise leitete. Ab 1926 war sie Sekretärin der Berliner Gruppe des „Hilfskomitees der Internationalen Arbeiter-Assoziation für inhaftierte Anarchisten und Anarcho-Syndikalisten in Russland“.

Vortrag: Anarchistische Positionen gegen Krieg und Militarismus: Jetzt Kriegsdienst verweigern? (Berlin)

NewYorck im Bethanien - Südflügel ● Mariannenplatz 2a ● 10997 Berlin

Die Einführung eines verpflichtenden Kriegsdiensts rückt näher. Dies zwingt dazu, Stellung zu beziehen. Hier hat der Anarchismus viel zu bieten. Doch was ist konkret geplant? Was bedeutet die Einführung einer "Wehrdienstüberwachung" bis zum 60. Lebensjahr? Welche Konsequenzen hat der mögliche uneingeschränkte Datenaustausch zwischen Bundeswehr, Jobcentern und Arbeitsagentur? Welche Konsequenzen hat es, den verpflichtenden Fragebogen zu schreddern? Jetzt vorsorglich verweigern? Gibt es bereits Beratungsangebote? Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit von Gustav Landauer Initiative und der Internationale der Kriegsdienstgegner (IDK).

Stadtrundgang: 100 Jahre Antikriegsmuseum (Berlin)

Treffpunkt: Lustgarten, an der Granitschale vor dem Alten Museum ● 10178 Berlin - Mitte ● 14:00 Uhr

Am 1. Oktober 1925 eröffnete Ernst Friedrich in der Parochialstraße 29 in Berlin-Mitte das erste deutsche Anti-Kriegsmuseum. Mit schockierenden Fotos und ungewöhnlichen Präsentationen verdeutlichte er die oft verschwiegene brutale Realität des Krieges und wandte sich unmittelbar gegen Kapitalismus, Aufrüstung und Nationalismus. Friedrich spielte zudem eine wichtige Rolle in der anarchistischen Jugendbewegung und begeisterte mit seinen Vorträgen und literarischen Rezitationen in vielen Städten ein großes Publikum. Auf dem Rundgang erläutern wir die Positionen des anarchistischen Antimilitarismus und die Geschichte des Museums. Wir lesen aus Friedrichs Zeitungen „Die freie Jugend“ und die „Schwarze Fahne“. Anschließend besteht die Möglichkeit gemeinsam das heutige Anti-Kriegs-Museum im Wedding zu besuchen, das Tommy Spree, der Enkel von Ernst Friedrich in den achtziger Jahren erneut gründete. Dazu fahren wir anschließend mit S-Bahn und Straßenbahn in den Wedding.

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