Ausstellung

„Die Anarchie ist das Leben der Menschen, die dem Joche entronnen sind.“ Gustav Landauer in Berlin 1889-1917.

Ort: Rathaus Kreuzberg, Yorckstraße 4-11, 10965 Berlin, Foyer im 1. OG.

Zeit: 1. April – 9. Mai 2019 (ab 15. Mai im Haus der Demokratie und Menschenrechte; ab 6. Juni an der Universität in Lyon)

Auf 23 Tafeln und in zahlreichen Veranstaltungen des Rahmenprogramms wird über Leben und Werk des anarchistischen Sozialisten Gustav Landauer (1870-1919) informiert. Die Ausstellung schlägt den Bogen von der Herkunft Landauers aus Karlsruhe bis zu seiner Ermordung in München am 2. Mai 1919. Dabei liegt erstmals ein besonderer Fokus auf seinem langjährigen Wirken in Berlin. Sein Engagement für die Volksbühnenbewegung, Genossenschaften, freie Schulen, Siedlungsprojekte und vieles mehr wird ebenso thematisiert wie Nachwirkung und Aktualität seines Denkens.

Rahmenprogramm

Vorträge und Diskussionsveranstaltungen

Do. 11.4. Gustav Landauer in seinen Briefen aus Krieg und Revolution

Do. 18.4. Gustav Landauer und die Anfänge der Reformpädagogik

Do. 25.4. Gustav Landauer und die Münchner Räterepublik

Do. 2.5. Gustav Landauer zum 100. Todestag

Fr.  3.5. "Sehr wertvoll sind darum die Vorschläge, die Silvio Gesell gemacht hat".
Die Freigeldtheorie damals und heute

Mo. 6.5. Landbau und Genossenschaft. Transformationspotenziale solidarischer Ökonomie

Di. 7.5. Zwischen Antisemitismus und Zionismus: Gustav Landauer und das Jüdische Volksheim

Die Ankündigungstexte zu den Veranstaltungen werden an dieser Stelle in den nächsten Tagen publiziert. Bis auf die Veranstaltung am 2. Mai (20 Uhr, Robert-Havemann-Saal) beginnen die Veranstaltungen jeweils um 19 Uhr. Sie finden an unterschiedlichen Orten statt, zumeist jedoch im Friedrichshain-Kreuzberg Museum auf der Adalbertstr. 95A.

Führungen durch die Ausstellung

Montags: 1.4, 8.4., 29.4. und 6.5.

Mittwochs: 3.4., 10.4., 24.4.   

Freitags: 5.4., 12.4., 26.4., 3.5. 

Treffpunkt: jeweils um 17 Uhr in der Ausstellung.

Dauer: ca. 1,5 Stunden.

Bitte senden Sie Anfragen für Gruppenführungen an: kontakt@gustav-landauer.org.

Die Führungen sind kostenlos, wir freuen uns über Spenden für die Finanzierung der Ausstellung und des geplanten Denkmals.

Führungen auf den Spuren Gustav Landauers durch Kreuzberg

Samstags: 30.3., 13.4., 27.4.

Treffpunkt: jeweils um 14 Uhr in Kreuzberg, vor der Buchhandlung "Müßiggang", Oranienstraße 14a am Heinrichplatz.

Dauer: ca. 2 Stunden, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Führungen sind kostenlos, wir freuen uns über Spenden für die Finanzierung der Ausstellung und des geplanten Denkmals.

Gustav Landauer in Berlin

Ausstellung und Veranstaltungsreihe über einen Wegbereiter der Alternativbewegung

Gustav Landauer (1870-1919), der freiheitliche Sozialist, Schriftsteller und politische „Antipolitiker“, gehört zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Berliner Moderne. In anderen Städten, die mit seiner Person verbunden sind, wurde bereits durch umfangreiche Ausstellungen an ihn erinnert – etwa in Düsseldorf, wo er kurze Zeit als Dramaturg tätig war, in München, wo er ermordet wurde, nachdem er sich an exponierter Stelle an Revolution und Räterepublik beteiligt hatte, und in seiner Geburtsstadt Karlsruhe. Nur in Berlin, wo er die längste Zeit seines Lebens verbrachte und in den vielfältigsten Zusammenhängen wirkte, blieb Landauer bis heute nahezu unbekannt.

Im vergangenen Dezember hat nun die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg die Errichtung eines Denkmals für Gustav Landauer in Berlin beschlossen. Anlässlich seines 100. Todestages am 2. Mai wird zunächst eine umfassende Ausstellung Leben und Werk Landauers in Erinnerung bringen und dabei sein Wirken in Berlin in den Mittelpunkt stellen.

Landkommunen und Rätedemokratie

Auf 23 Tafeln wird über ebenso viele Aspekte seines Engagements informiert: Seine Politisierung im Umfeld der sozialdemokratischen Revolte der „Jungen“ wird ebenso dargestellt wie sein Einsatz für die Volksbühne, die Konsumgenossenschaft „Befreiung“ und das Experiment der „Neuen Gemeinschaft“. Gezeigt wird Landauers Engagement für die Siedlungsbestrebungen des „Sozialistischen Bundes“, für die Jugendbewegung, das „Jüdische Volksheim“ und freie Schulen – bis hin zur Gründung der „Zentralstelle Völkerrecht“ und zu seinen Ideen für eine rätedemokratische Organisierung gegen den Krieg. Auch Wiederentdeckung und Nachwirkung seines Denkens in der Kommunebewegung, ländlichen Siedlungsgenossenschaften und Kibbuzim werden thematisiert.

Die Ausstellung entsteht unter Mitwirkung zahlreicher Autorinnen und Autoren der internationalen Forschung und richtet sich an das allgemeine Publikum. Sie wird ab Anfang April im Rathaus Kreuzberg und anschließend an weiteren Orten zu sehen sein. Begleitend sind sechs Podiumsdiskussionen an unterschiedlichen Orten geplant, in denen Aktualität und Aktualisierbarkeit der historischen Ansätze ausgelotet werden. Eine zentrale Veranstaltung findet am 2. Mai im Haus der Demokratie und Menschenrechte statt.

 

 

Netzwerk Selbsthilfe - Das politische FördernetzwerkRealisierung der Ausstellung mit freundlicher Unterstützung durch Netzwerk Selbsthilfe - Das politische Fördernetzwerk