Denkmalinitiative

Ausstellung

Gustav Landauer in Berlin 1889 - 1917 Ausstellung zum 100. Todestag

„Die Anarchie ist das Leben der Menschen, die dem Joche entronnen sind.“
Gustav Landauer in Berlin 1889-1917

Weitere Termine der Ausstellung:

  • Ab 15. Mai, 20 Uhr – 15. Juni 2019
    Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin - Prenzlauer Berg

Eröffnung: 27. März 2019 - 17 Uhr
Zeit: 28. März  – 9. Mai 2019, Montag bis Freitag von 10 bis 19 Uhr

Unabhängiger Sozialismus und Volksbühnenbewegung

Ausgelöst durch den Wegfall des repressiven Sozialistengesetzes im September 1890 verschärften sich innerhalb der SPD die Debatten um die strategische Ausrichtung der Partei. Vor allem in Berlin, aber auch in anderen Zentren wie Magdeburg und Dresden, kam es zur Herausbildung einer linken Parteiopposition, die den autoritären Führungsstil des Parteivorstandes, die Erstickung der freien Diskussion, den Zentralismus und die Überschätzung der parlamentarischen Tätigkeit bemängelte.

Genossenschafts-Propaganda und „Anti-Politik“

Im Frühjahr 1895 war Landauer beteiligt an der Gründung der Arbeiterkonsumgenossenschaft „Befreiung“, mit Hauptsitz auf der Kottbusserstr. 11, und verfasste für sie die wichtige Agitationsbroschüre „Ein Weg zur Befreiung der Arbeiter-Klasse“, die noch bis in die 1980er Jahre als verschollen galt. Als versierter Redner nahm er in den folgenden Jahren auf Kongressen und in öffentlichen Versammlungen zu aktuellen politischen Fragen Stellung und trat entschieden gegen Menschenrechtsverletzungen, Antisemitismus, obrigkeitliche Strukturen und Justizverbrechen ein.

Jugendbewegung und Judentum

Bereits 1892 war Landauer aus der israelitischen Religionsgemeinschaft ausgetreten. Durch den Einfluss Hedwig Lachmanns, unter dem Eindruck des zunehmenden Antisemitismus und vor allem durch seine rege Anteilnahme an den Chassidismus-Forschungen Martin Bubers ab 1904, wandte er sich dem Judentum im Zeichen seiner libertär sozialistischen Auslegung wieder zu. Landauers Besprechung von Bubers 1908 erschienenem Buch „Die Legende des Baalschem“ geriet zu einem ersten Bekenntnis in diesem Sinne.

Revolution und Ermordung in München

Mitte November 1918 folgte Gustav Landauer dem Ruf des Freundes und nunmehr ersten Ministerpräsidenten der bayerischen Republik Kurt Eisner und ging nach München. Eisner hatte ihn gebeten, während der Revolution „durch rednerische Betätigung an der Umbildung der Seelen“ mitzuarbeiten. Sofort reiste Landauer ab und fand sich kurz darauf inmitten der Rätebewegung.

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