Veranstaltungen

Anarchistische Perspektiven auf die frühe Kibbuzim-Bewegung (Berlin)

Bibliothek der Freien ● Greifswalder Straße 4 ● 10405 Berlin

Unter den sozialistischen Siedlungsprojekten des langen 19. Jahrhunderts nimmt die frühe Kibbuzim-Bewegung eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu den meisten anderen Projekten, die nach wenigen Jahren wieder eingingen und weitestgehend in Vergessenheit geraten sind, kann die Kibbuzim-Bewegung auf eine über hundertjährige Tradition zurückblicken – wenn auch mit einigen Brüchen und Modifikationen der Ursprungskonzepte.

Podiumsdiskussion: Siedlung, Landbau und Genossenschaft. Transformationspotenziale solidarischer Ökonomie (Berlin)

Ex-Ableger ● Oranienstraße 45 ● 10969 Berlin - Kreuzberg

Wirtschaften für die Bedürfnisse statt für den Profit – das praktizieren Genossenschaften, selbstverwaltete Betriebe und sozial-solidarische Unternehmen schon lange. Aber wie können die Potenziale solidarischen Wirtschaftens sich in einer kapitalistischen Umgebung wirksam entfalten, bei uns vor der Haustür und überall auf der Welt?
Julia Bar-Tal (Landwirtin), Elisabeth Voß (Autorin solidarische Ökonomie) und Andy Wolff (Regenbogenfabrik) diskutieren über die sozial-ökologische Transformation von Ökonomie und Arbeitswelt, Bodenfrage und praktischen Internationalismus.

Podiumsdiskussion: „Sehr wertvoll sind darum die Vorschläge, die Silvio Gesell gemacht hat“. Die Freigeldtheorie damals und heute (Berlin)

Friedrichshain-Kreuzberg Museum ● Adalbertstr. 95a ● 10999 Berlin - Kreuzberg

Geld steht häufig im Mittelpunkt wohlfeiler Kapitalismuskritik. Schließlich ist es die herausragende Erscheinungsform einer Gesellschaft, die als ungerecht, gar unmenschlich empfunden wird. Silvio Gesells Ideen fanden so Eingang in unterschiedliche, unter anderen anarchistische Milieus. Während der Münchner Räterepublik kam es sogar zur Zusammenarbeit mit Gustav Landauer.

Christoph Gollasch (promoviert zu Silvio Gesell), Stephan Lindner (Attac gegen Rechts) und Elisabeth Voß (Journalistin) diskutieren über Zinskritik, „Schwundgeld“ und darüber, wie sich Gesells Ideen angesichts des heutigen finanzmarktgetriebenen Kapitalismus und der aktuellen Niedrigzinspolitik darstellen?

Vortrag: Gustav Landauer, Anarchist und Hochschulreformer (München)

Sendlinger Kulturschmiede ● Daiserstraße 22 ● 81371 München

Seit den 1890er Jahren engagierte sich der libertäre Kulturphilosoph und Initiator zahlreicher anarchistischer Projekte Gustav Landauer (1870-1919) für die Gründung “Freier Schulen”, Volkshochschulen und vor allem für die radikale Umgestaltung der Hochschulen (Stichwort: “Volks-Universitäten”). Ein Schwerpunkt von Landauers Tätigkeit in der ersten, einwöchigen bayerischen Räterepublik im April 1919 betraf – neben den Schulen und dem Theater – das Hochschulwesen.

Gedenkveranstaltung: Gustav Landauer zum 100. Todestag (Berlin)

Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte ● Greifswalder Str. 4 ● 10405 Berlin - Prenzlauer Berg

Zentrale Gedenkveranstaltung zum 100. Jahrestag der brutalen Ermordung Gustav Landauers durch Freicorps, veranstaltet von der Gustav Landauer Denkmaliniative gemeinsam mit der Bibliothek der Freien. Der Abend wird eingeleitet mit einer szenischen Lesung. Danach wird es in kurzen Beiträgen um die Revolution in Bayern und ihre Niederwerfung, um Landauer als Revolutionär und um das Unabgegoltene in seinem Denken gehen.
Riccardo Altieri (forscht zu Paul Frölich), Dr. Barbara Kuon (Philosophin), Anatole Lucet (Philosoph) und Jan Rolletschek sprechen über Landauers Stellung in der Revolution.

Aufführung: „Die Trommel passt sich zornig an. Zum 100. Todestag von Gustav Landauer“ (München)

Landauer-Denkmal ● Waldfriedhof ● Fürstenrieder Str. 288 ● 81377 München ● (bei Regen in der Sendlinger Kulturschmiede)

Erst spät wurde Gustav Landauer sich seines Judentums tiefgehend bewusst. Seinen menschheitlichen Beruf sah er in der Erinnerung an die Perspektive einer vielfältigen Einheit ohne Staat. Als Siegfried Lehmann 1916 das „jüdische Volksheim“ in der heutigen Max-Beer-Straße 5 eröffnete, hielt Landauer die Eröffnungsrede und gehörte zu den Förderern dieses einmaligen Projekts, das praktische Sozialarbeit mit der Pflege jüdischer Traditionen verband.

Sebastian Kunze (forscht zu Landauer) und Beate Lehmann (forscht zum Volksheim) geben eine Einführung in die Geschichte des Jüdischen Volksheims und erläutern Landauers Konzeption einer inwendigen „Nachbargenossenschaft“, die nationalstaatliche Trennungen unterläuft.

Filmpräsentation: Pueblo en Armas (Berlin)

Lichtblick-Kino ● Kastanienallee 77 ● 10435 Berlin

Während der Revolution in Spanien drehten Mitglieder der anarchosyndikalistischen CNT/FAI einen Propagandafilm. Der Film zeigt dennoch in sehr eindrucksvoller Weise die Erfolge der Kollektivierungen und  die sonstigen Errungenschaften der sozialen Revolution, die wenig später in einem Zweifrontenkrieg mit Moskau-treuen Kommunisten und den faschistischen Truppen Francos vernichtet wurden.

Stadtrundgang: Auf den Spuren Gustav Landauers (Berlin)

Treffpunkt: vor dem Antiquariat Müßiggang ● Oranienstr. 14a ● 10999 Berlin - Kreuzberg

Zwischen 1909 und 1915 veröffentlichte Gustav Landauer zahlreiche neue Ansätze, die als Brücke zwischen historischem Anarchismus und heutigen Konzepten für ein freies Leben und eine neue Gesellschaft gelten. Wir besuchen die historischen Orte seines Wirkens in Kreuzberg, geben eine kurze Einführung in sein Denken und berichten von den Aktionen des "Sozialistischen Bundes".

Vortrag: Gustav Landauer und die Münchner Räterepublik (Berlin)

Friedrichshain-Kreuzberg Museum ● Adalbertstr. 95a ● 10999 Berlin - Kreuzberg

Durch seine führende Rolle in der Münchner Räterepublik war Gustav Landauer zur Zielscheibe reaktionärer Hetze geworden und wurde am 2. Mai 1919 von rechtsgerichteten Soldaten bestialisch ermordet. Noch heute wird die 1. Räterepublik, in der Landauer neben Erich Mühsam und Ernst Toller wirkte, als „Scheinräterepublik“ denunziert.

Dr. Peter Seyferth, Publizist und Kenner der Münchner Räterepublik, erläutert die „kurze Woche der Anarchie“, die bereits am 13. April durch einen rechtsgerichteten Putsch und die anschließende Machtübernahme der KPD endete.

Vortrag: Gustav Landauer und die Anfänge der Reformpädagogik (Berlin)

Friedrichshain-Kreuzberg Museum ● Adalbertstr. 95a ● 10999 Berlin - Kreuzberg

Die Erschießung des Reformpädagogen Francisco Ferrer 1909 in Barcelona führte zu weltweiten Proteststürmen gegen den Justizmord. In Berlin riefen Liberale, Sozialdemokraten und Anarchisten zu großen Kundgebungen auf, die tausende Besucher verzeichneten. Gustav Landauer lotete gemeinsam mit namhaften Pädagogen die Gründung von Ferrer-Schulen in Deutschland aus. Aber erst in der Weimarer Republik konnten die ersten Projekte verwirklicht werden.

Prof. Dr. Ulrich Klemm und Dr. Maurice Schuhmann erinnern an den Beginn der Reformpädagogik in Deutschland und die folgenden Entwicklungen.

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